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Zinsänderungsrisiko bei einer Baufinanzierung
Die derzeit günstigen Zinsen für Baufinanzierung locken viele Bauherren an. Der Zeitpunkt für einen Immobilienkauf ist nicht der schlechteste. Die günstigen Zinsen in Verbindung mit einem moderaten Preisniveau für Immobilien machen es möglich relativ einfach eine günstige Hypothek abzuschließen. Die relativ geringe monatliche Belastung erlaubt es auch den Baufinanzierern mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen interessante Baufinanzierungen wahrzunehmen.
Doch gerade hier sind Risiken verborgen, die derzeit nicht jedem im vollen Umfang bewusst sind. Mit Ablauf der Zinsbindung bei einer bestehenden Baufinanzierung ist die Restschuld noch relativ hoch. Zu diesem Zeitpunkt muss ein neuer Zinssatz vereinbart werden. Die Entwicklung von diesem kann heute noch niemand voraussagen. Der künftige Zinssatz hängt von vielen Faktoren ab. Insbesondere die Inflation sowie die konjunkturelle Lage haben einen wesentlichen Einfluss auf die Determinante Zinssatz. Es ist nicht auszuschließen, dass die Baufinanzierungen, die gerade in der historischen Tiefzinsphase abgeschlossen wurden in 6-10 Jahren nicht mehr so günstig verlängert werden können.
Damit besteht hier ein akutes Zinsänderungsrisiko. Dieses Risiko kann von den Bauherren, die aktuell hohe Tilgungsanteile bzw. ein hohes Einkommen haben, relativ einfach beherrscht werden. Durch die laufend hohe Tilgung reduziert sich der Schuldenstand. Bei einem Zinsanstieg sind die finanziellen Wirkungen bei einem geringen Schuldenstand nicht mehr so gravierend. Bei hohem Einkommen ist der Anstieg der monatlichen Belastung ebenfalls relativ gelassen hinzunehmen. Die Bauherren, die allerdings in der Tiefzinsphase ihre Hypothek äußerst knapp im Bezug auf das monatliche Einkommen kalkuliert haben und womöglich nur 1,00% Tilgung vereinbart haben, können bei einem Zinsanstieg in ernste Schwierigkeiten geraten. Wenn die neuen monatlichen Darlehensraten aufgrund des neuen Zinssatzes zu hoch ausfallen, können diese womöglich nicht mehr getragen werden. Dann kann unter Umständen eine Zwangsversteigerung drohen.
Aus diesem Grund sollte bereits beim Abschluss der ersten Baufinanzierung in Hinblick auf den möglichen Zinsanstieg durch entsprechende Vertragsgestaltung vorgesorgt werden. Hier bieten sich folgende Möglichkeiten an: Volltilgungsdarlehen, Abschluss eines Bausparvertrages für die Anschlussfinanzierung oder überdurchschnittlich lange Zinsbindungen von 15-20 Jahren. Die Gefahr eines Zinsänderungsrisikos sollte bei einer Baufinanzierung nicht unterschätzt werden.
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